Bachemer Mariengrotte

Bachemer Mariengrotte

Ein Stück Dorfgeschichte „ Die Bachemer Marien-Grotte“

Wachend steht die Muttergottes über Bachem, erbaut aus Dankbarkeit und Glaube an ihre Liebe zu den Menschen. Viele haben ihre Unterstützung seitdem angerufen und haben Hilfe erfahren in unterschiedlichen Situationen. Daß Maria nicht aus der „Mode gekommen ist“, kann man an den Kerzen die dort brennen, an bemalten Steinen und an den Besuchern dieses Ortes, die nicht immer bewusst von den Bewohnern wahrgenommen werden, sehen. Diesen Ort möchte ich als Kraft-Ort bezeichnen, man kommt dort zur Ruhe, nimmt die Natur wahr und kann den schönen Ausblick genießen, sowie Kraft tanken für den Alltag. Nach über 50 Jahren wurde dieser Ort renovierungsbedürftig – die notwendigen Arbeiten erforderten eine größere Geldsumme.

Die Treppenanlage musste erneuert werden. Dies wurde zum Anlass genommen, den Ort attraktiver für Jung und Alt zu gestalten. Durch einen 80% Zuschuss aus dem Regional Budget „Land zum Leben“, der von der Kirchengemeinde und dem Heimatverein beantragt wurde, ist dies möglich geworden. Viele beteiligten sich an der Renovierung dieses Ortes: die Frauengemeinschaft, der Kindergarten, der Heimatverein, Handwerksbetriebe, Jugendliche aus dem Ort, der Ortsrat, um nur einige zu nennen.

Wenn man das erste Mal die Unterlagen  vom Bau der Mariengrotte in den Händen hält, ist man fasziniert, mit wie viel Herzblut, Eigeninitiative, Durchhaltevermögen und Gemeinschaftssinn dieser Ort entstanden ist!

Herr Hein dessen Enkelkind an Kinderlähmung erkrankt war, versprach diese Stätte zu errichten, wenn das Kind die Erkrankung überlebte. Seine Gebete wurden erhört und so entstand dieser Ort mit Hilfe vieler Bachemer Bürger.

Die Marien-Statue, die ein Abbild der „Jungfrau der Armen“ aus dem belgischen Wallfahrtsort Banneux ist, wurde laut Aussagen, von einem Bachemer Bürger gestiftet, der aus dem  2. Weltkrieg wieder heimkehrte.

Erste Briefe aus dem Jahre 1957 belegen, dass man eine Anfrage bzgl. des Kaufes einer Marienstatue an Herrn Jacob richtete, der der Rektor der internationalen-Gebetsvereinigung Banneux war und zuständig für die Betreuung der deutschsprachigen Pilger.

Am 30.5.1958  bildete sich ein Vorstand zum Bau der Banneux Grotte in Bachem.

Im gleichen Jahr erfolgte eine Geldsammlung für die Grotte im ganzen Dorf. Eine Liste mit Straßennamen und Spendern wurde erstellt. Bei dieser Sammlung kamen 54.430 französische Francs zusammen.

In diesen Jahren trat das autonome Saargebiet wieder der BRD bei, obwohl es noch einige Zeit wirtschaftlich an Frankreich gegliedert war.

Unterlagen über die Errichtung der Grotte belegen, dass der ursprüngliche vorgesehene Ort der Anlage am Bergweg lag.

Nach einigen Unstimmigkeiten wurde dieses Vorhaben verworfen und ein neuer Ort zur Entstehung der Grotte gesucht.

Letztendlich stellten die Eheleute Peter und Martina Bies ein Grundstück zum Bau der Mariengrotte zu Verfügung.

Bevor mit dem Bau begonnen werden konnte, musste eine Baubeschreibung erstellt   und ein Bauantrag eingereicht werden.

Nachdem eine Genehmigung für den Rohbau am 24.4. 1959 erteilt wurde, erfolgte ein Aufruf an alle Bachemer Bürger zur Mithilfe bei den Erdarbeiten an der Grotte, um Kosten einzusparen.


Nach Beginn des Bauvorhabens wurde der Pachtvertrag unterschrieben. Die Verpachtung erfolgte auf 99 Jahre, bis zum 31. Dezember 2058.

Im Juli 59 erfolgte die Lieferung von Kies, Sand, Kalksteinen und Hufensteinen, die zum Bau benötigt wurden.

Die Errichtung der Kalksandsteinmauer wurde von Bachemer Bürgern ausgeführt.

Im Verlauf der Errichtung fand ein brieflicher Austausch mit Herrn Jacob statt.

Als im Jahre 1960 die Bauarbeiten abgeschlossen waren, wurde die Marienstatue bestellt. In einem Brief an Herrn Hein von der Banneux-Gemeinschaft-Bachem teilte Herr Jacob mit, dass er den Gedanken verworfen habe, die Marienstatue selber zu bringen. Außerdem habe er in Banneux keine geeignete  Statue von 1.60m Höhe in Beton und verwies auf einen Bildhauer in Brügge, der sie herstellen sollte. Sobald sie von einem Priester gesegnet sei, würde sie in einer Kiste nach Bachem versendet.


Am 10. Mai 1960 kam die Marienfigur „Jungfrau der Armen“ in Bachem an.


So erhielt Bachem nach 3 Jahren Planung, Bemühungen und Bau endlich die ersehnte Grotte mit der gewünschten Marienfigur.

Grotte und Statue wurde von Pastor Speicher eingeweiht.

Im Jahre 1996  wurden erste Renovierungsarbeiten vorgenommen. Vor der Sandsteinmauer wurde Stabilisierung eine Mauer aus Klinkersteinen errichtet.

2006 veranlasste der Heimatverein, der inzwischen die Patenschaft für die
Grotte übernommen hatte, die Errichtung eines Kupferdaches über der Grotte, um sie vor Nässe zu schützen; außerdem wurde der Schriftzug „Jungfrau der Armen“ überarbeitete.

2010 wurde die Marienfigur und das Himmelsgewölbe in der Grotte neu gestrichen.

Im April 2015 errichtet der Heimatverein aus Sicherheitsgründen auf den Stufen der Grotte ein Geländer.

Die Pflege und Erhaltung wurde über Jahrzehnte von vielen Einzelpersonen geleistet.

Danke an „Land zum Leben“, den ortsansässigen und dem Ort verbundenen Firmen, sowie allen Helfern und Spendern!